Bildung und Qualifizierung

Bildung und Qualifizierung

NRW ist das Zentrum der chemischen Industrie in Deutschland. Nicht nur Forschung, sondern auch Aus- und Weiterbildung sind hier auf einem europaweiten Spitzenniveau. Um die Qualität des dualen Ausbildungssystems wird Deutschland weltweit beneidet. Betrieb und Schule vermitteln hierbei zusammen das Rüstzeug für den gewählten Beruf. Dabei geht es stets darum, sich den Bedürfnissen der Unternehmen anzupassen und praxisnah auszubilden. 

Mit rund 100.000 Arbeitern und Angestellten (2011) ist die Chemieindustrie in NRW eine der größten Arbeitnehmerbranchen. Traditionell zählt das Ausbildungsniveau der Beschäftigten zur Weltspitze. Die Unternehmen an den ChemSite-Standorten legen großen Wert auf kontinuierliche Aus- und Weiterbildung – aus sicherheitstechnischen wie ökonomischen Gründen.

 
 

Allein der Chemiepark Marl bildet in allen Disziplinen weit über seine eigenen Bedürfnisse aus. Die Ausbildungsquote liegt mit rund 9 Prozent (2010) weit über dem Durchschnitt der deutschen chemischen Industrie (5,1 Prozent). Sowohl in den Unternehmen als auch in den Berufsschulen wird dabei auf einen hohen Praxisbezug geachtet. 

Darüber hinaus bietet das Chemiekompetenzzentrum Marl (ChemKom) Seminare an, in denen individuelle Interessensgebiete vertiefend erarbeitet werden können. Dabei werden vor allem Menschen in Betrieben, Schulen und Einrichtungen in der Region angesprochen, denen qualifizierte Angebote zur Aus- und Weiterbildung in Naturwissenschaft und Technik gemacht werden. Das Spektrum ist so verschiedenartig wie die Zielgruppe. Sie reicht von der Kindergarten-Erzieherin, die sich mit ihren Kindern auf das Abenteuer der Chemie einlassen möchte, bis zur hoch spezialisierten Fachkraft in einem Unternehmen, die sich z.B. in der Automatisierungselektronik weiterbilden will. 

In der „Verbundausbildung Emscher-Lippe“ wiederum wollen starke Unternehmenspartner in der Region unterstützt durch den Arbeitgeberverband, die Industrie- und Handelskammer (IHK) und die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie das Ausbildungsangebot weiter beflügeln. In den Ausbildungsverbünden wird deswegen eine breite Ausbildungspalette im naturwissenschaftlich-technischen und kaufmännischen Bereich bereitgehalten. 

Als Partner der Wirtschaft betreut die IHK Nord Westfalen allein knapp 30.000 Ausbildungsverhältnisse in fast 150 Berufen und ist verantwortlich für die Abnahme von 20.000 Zwischen- und Abschlussprüfungen pro Jahr ergänzt durch ein umfassendes Weiterbildungsangebot. 

Zudem ist der Austausch mit den Hochschulen eng: So starteten die Universität Dortmund und die Westfälische Hochschule im Wintersemester 2007 einen Master-Studiengang Polymer Science. Damit werden den Studierenden sowohl naturwissenschaftliche als auch verfahrenstechnische Kenntnisse vermittelt – denn genau dieses Wissen ist für viele Unternehmen in der Region wichtig. So finden sie jederzeit hoch motivierte und qualifizierte Arbeitskräfte. 

Die Begeisterung für Chemie und naturwissenschaftlich/technische Themen sollte schon im Vorschulalter geweckt werden. Im Ruhrgebiet gibt es zahlreiche Initiativen, die bereits im Kindergarten spielerisch die kleinen „Forscher“ an diese Themen heranführen. Insbesondere aber bei Schülerinnnen und Schülern soll das Interesse an Naturwissenschaft und Technik geweckt und weiter ausgebaut werden. Ein Beispiel dafür ist das zdi-Zentrum MINT.Marl das 2009 eröffnet wurde. Es vernetzt Schulen, Hochschulen, Unternehmen und Politik in der Region miteinander, um Schülerinnen und Schüler möglichst früh für die MINT-Fächer (Mathematik, Ingenieur- und Naturwissenschaften, Technik) zu begeistern. Dazu wurden stationäre und mobile Angebote entwickelt, die künftig allen weiterführenden Schulen der Stadt Marl ab der Jahrgangsstufe acht offenstehen. Zu den Angeboten des zdi-Zentrums MINT.Marl gehören unter anderem die Themen Bionik, Chemie, Digitaltechnik und Robotik. In Arbeitsgruppen und Unterrichtsprojekten experimentieren die Schülerinnen und Schüler zum Beispiel zum Thema Energieeinsparung, beschäftigen sich mit Flugzeug- und Raketenmodellen, erforschen die Chemie des Alltags und programmieren Roboter. 

Darüber hinaus besitzt NRW das dichteste Netz von Universitäten und Forschungseinrichtungen in Europa. Dieses Umfeld ist optimal für anwendungsorientierte Forschung, Kooperationen mit wissenschaftlichen Institutionen und Unternehmensgründungen. Die Zahlen sprechen für sich: In den 92 Studiengängen im Bereich Chemie bilden die Hochschulen in NRW knapp ein Drittel aller Chemiker und knapp die Hälfte aller Chemieingenieure in Deutschland aus. 54 Institute, darunter elf der Max-Planck- Forschungsgesellschaft, sowie 63 Technologiezentren decken ein breites wissenschaftliches Spektrum ab. Das reicht von der Grundlagenforschung über die bioanorganische bis hin zur Umweltchemie. Zudem zählt Nordrhein-Westfalen international zu den Top-Regionen in der Biotechnologie.

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